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Judo Basics PDF Drucken E-Mail

Kleines Judo Glossar

 

Ashi Fuß, Bein
  Mune Brust, Oberkörper
Barai/Harai fegen   Nage werfen
Chui mittlere Bestrafung   O groß
Eri Kragen   Osae-komi Haltegriff
Gake einhängen   Otoshi stürzen
Garami beugen, verdrehen   Seoi auf den Rücken nehmen
Gari sicheln   Shiho vier Punkte
Goshi/Koshi Hüfte   Shido kleine Bestrafung
Guruma Rad   Sono-mama nicht bewegen
Hansoku-make Disqualifikation   Sogo-gachi zusammengefasster Sieg
(Waza-ari + Keikoku)
Hiza Knie   Sore-made Kampfende
Hon Haupt   Soto außen
Ippon Punkt (Ziel des Judokampfes)   Tai Körper
Judo "sanfter Weg"
nachgeben, um zu siegen
  Tate vertikal, senkrecht, längs
Juji Kreuz, über Kreuz   Toketa Haltegriff gelöst
Kami vom Kopf her   Tori Angreifer;
der, der die Technik ausführt
Kata Schulter   Tsuri angeln, Hebezug
Gatame/Katame fixieren, unbeweglich machen, festhalten   Uchi innen
Keikoku schwere Bestrafung   Ude Arm
Kesa Schärpe   Uke der, an dem die Technik ausgeführt wird
Ko klein   Ukemi Fallübung
Koka kleine Wertung   Ushiro rückwärts, nach hinten
Kumi-kata Grifftechnik   Ushiro-ukemi Fallübung rückwärts
Kuture Variante, Abart   Yoko Seite, von der Seite
Kyu Schülergrad   Yoshi "Weiter geht's" (nach Sono-mama)
Mae vorwärts, vorne   Yuko mittlere Wertung
Mae-ukemi Fallübung vorwärts   Waza-ari halber Punkt

Mate!

Stop! (Kampfunterbrechung)   Waza-ari
awasete Ippon
Zwei halbe Punkte ergeben Ippon



Judo Allgemein



Das Dojo
Die Trainingsstätte des Judo wird „Dojo“ genannt, übersetzt: „der Ort, wo der richtige Weg gelehrt wird“. Die Bezeichnung Dojo, die aus der buddhistischen Askese kommt, unterstreicht sehr deutlich, dass die Beschäftigung mit dem Judo einen kulturellen Aspekt beinhaltet. Dieser sollte unbedingt beachtet und bewahrt bleiben.
Der Boden ist mit „Tatamis“; das sind Matten aus Reisstrohgeflecht (original) oder Kunstfasergewebe, die auf einem Schwingboden (federndes System als Unterkonstruktion) aneinandergereiht werden. Die Fläche einer Matte beträgt ca. 2x1m.
Es sollte niemals vergessen werden, dass Diskretion und Bescheidenheit zum Ritus gehören, der zum Gelingen und zum Fortschritt des Trainingsprogrammes beiträgt.

Die Grade (Rangabstufungen)
An der Farbe des Gürtels erkennt man die sportlichen und technischen Fähigeiten des Judokas. Ein Anfänger trägt den weissen Gürtel; die erreichten Lernziele werden in ihrer Abfolge durch eine festgelegte Reihenfolge der Gürtelfarbe gekennzeichnet: gelb, orange, grün, blau, braun, schwarz.
Der 1.-6. Dan ist durch Prüfungen oder durch sammeln von Punkten für Wettkampfleistungen, Trainerverdienste oder Funktionärsdienste zu erreichen und vom sog. Dan-Kollegium zu vergeben. Ab dem 6. Dan kann nur mehr dieses Dan-Kollegium über eine Verleihung („Verdienste um die Entwicklung des Judo“) entscheiden. Der höchste Grad der jemals erreicht wurde ist der 10. Dan.
1. Kyu weiss 1. Dan schwarz 7. Dan schwarz (oder rot und weiss)
2. Kyu gelb 2. Dan schwarz 8. Dan schwarz (oder rot und weiss)
3. Kyu orange
3. Dan schwarz 9. Dan schwarz oder rot
4. Kyu grün 4. Dan schwarz 10. Dan schwarz oder rot
5. Kyu blau 5. Dan schwarz 11. Dan schwarz oder rot
6. Kyu braun 6. Dan schwarz (oder rot und weiss) 12. Dan breiter weisser Gürtel

Der Gruss
Der Gruss ist ein überliefertes Zeichen der Achtung gegenüber dem Gegner. Gleichzeitig gilt er aber vor allem dem Trainer (sensei), dem Dojo, dem Judo, den Kampfrichtern und den Zuschauern. Er ist deshalb etwas anderes als eine inhaltlose Formalität. Er gehört unabdingbar zum Judoka und muss in angemessener Form ausgeführt werden. Man grüsst im Allgemeinen mit einer Verneigung auf zwei Arten: Aufrecht stehend oder am Boden kniend.

Organisation, Kampfrichterwesen und äusserer Rahmen
Die internationale Judoföderation (IJF) legt alle Regeln für Wettkämpfe fest. Die Wettkampffläche beträgt mindestens 8x8m, maximal 10x10m. Zur Sicherheit gibt es noch eine Warnfläche zur Aussenbegrenzung. Drei Kampfrichter leiten und werten die Kämpfe: Der Hauptkampfrichter auf der Mattenfläche und zwei an den Ecken, die dem Hauptkampfrichter in der Mitte assistieren. Sie zeigen auch an wann ein Wettkämpfer die Wettkampffläche verlassen hat.
Sieger ist der Wettkämpfer der entweder einen reinen Wurf angebracht hat (Ippon) oder der seinen Gegner mindestens 25 Sekunden am Boden festhält. Zwingt er ihn durch eine Armhebel,- oder eine Würgetechnik zur Aufgabe, hat er ebenfalls gewonnen.
Die nächste Abstufung ist ein Wazari, ein nicht ganz „reiner“ Wurf. Zwei Wazari sind ebenfalls ein Ippon und führen zum vorzeitigen Sieg. (Vor der Wettkampfendzeit von fünf Minuten!)
Bei gleichen Wertungen oder überhaupt keinem Punkt auf beiden Seiten, tritt die „Golden Score“ Regel in Kraft. Dabei hat derjenige gewonnen der die erste Wertung schafft. (neuerliche Kampfzeit fünf Minuten)
Die nächstkleinere Abstufungen ist Yuko und die kleinste ist ein Koka. Eine Bestrafung (Shido) ist für den Gegner ein Koka. Nach der vierten Bestrafungen führt das zum Ausschluss (Hansokumake).
Der Stamm der Kampfrichter besteht aus qualifizierten Judokas, ausgezeichneten Technikern, die ein profundes Wissen aller Techniken besitzen sollten. Sie müssen absolut unparteiisch sein, ständig aufmerksam und die Regeln perfekt beherrschen. Die internationalen Kampfrichter werden von einer offiziellen Kommission unterstützt und bewertet.

Gewichtsklassen
Frauen: -48/-52/-57/-63/-70/78/+78
Männer: -60/-66/-73/-81/-90/-100/+100

Quelle: henri courtine: judo perfekt
blv sport


Judo in Japan

Entstehung und Entwicklung des Judo in Japan

Kampfsportliche Übungen werden schon sehr lange betrieben. Sie entwickelten sich infolge einer Lebensweise, die anfangs auf Sicherung des Lebensunterhaltes und dann auf die Vorbereitung und Durchführung kriegerischer Auseinandersetzungen gerichtet war. Die gezielte Einordnung kampfsportartlicher Übungen in ein System körperlicher Betätigung und Ertüchtigung führte zu ihrer ständigen Vervollkommnung.
An den Höfen der Feudalherren in Japan arbeiteten ab etwa dem 16. Jahrhundert Meister der Selbstverteidigungskunst, die die Samurai in der Kunst des Nahkampfes unterrichteten. Sie verwendeten dazu Elemente des Jiu-Jitsu, das nach allgemeinen Angaben im 10. Jahrhundert von China nach Japan gekommen sein soll.
Mit der bürgerlichen Revolution im Jahre 1868 verloren die Samurai ihre Privilegien. Das Jiu-Jitsu verlor als Kriegskunst, auch infolge der Weiterentwicklung der Feuerwaffen, an Bedeutung und geriet fast völlig in Vergessenheit.
Unter dem ständig wachsenden Einfluss der führenden europäischen Industrieländer und der USA kam es in Japan Ende des 19. Jahrhunderts zu einer raschen Entwicklung der Industrie und der Wissenschaft. Damit verbunden war eine geistige Vervollkommnung der Jugend, die aber wegen ihrer einseitigen Akzentuierung zu einer Vernachlässigung der physischen Studenten, führte. Es wurden bald Befürchtungen laut, dass die Jugend aufgrund ihrer schlechten körperlichen Konstitution den Aufgaben der bürgerlichen Gesellschaft nicht gewachsen sein würde,. Der an der Universität Tokio lehrende deutsche Professor Erich Bälz versuchte zunächst dieser Tendenz durch Einführung des deutschen Turnens entgegenzuwirken. Als dieses Experiment mißlang, regte er zum Studium der alten Kampfkünste an. Den bereits siebzigjährigen Japaner Totsuka veranlasste er zu einer Vorführung in Jiu-Jitsu. Ein Schüler von Bälz, der junge Jigoro Kano, studierte daraufhin die Kunst der Selbstverteidigung bei mehreren Meistern des Jiu-Jitsu.
Auffällig für ihn war die Härte dieses Tuns, das nach wie vor auf den Ernstfall in der kriegerischen Auseinandersetzung vorbereitet. Er gewann aber die Überzeugung, hier wertvolle Element für die körperliche Bildung und moralische Erziehung der Jugend entdeckt zu haben. Als 23jähriger gründete er im Februar 1882 in einem buddhistischen Tempel der Universität Tokio eine Trainingsstätte für Jiu-Jitsu. Dieses Datum wird international als Gründungstermin des heute noch weltberühmten Kodokan angesehen. Durch theoretische und praktische Studien entwickelte Kano dieses System der Selbstverteidigung zu einer modernen Kampfsportart, dem Judo. Sein Grundprinzip war die Einheit von körperlicher und geistiger Erziehung. Für die Entwicklung des Jiu-Jitsu zum Judo waren darüber hinaus folgende Auffassungen Kanos von Bedeutung:
  • Jiu-Jitsu als Kunst der Selbstverteidigung entspricht in seinen Formen der körperlichen Betätigung den Anforderungen der feudalistischen Gesellschaftsordnung. Seine Weiterentwicklung zu einer modernen Sportart bedingt die Eliminierung gefährlicher Angriffs- und Verteidigungstechniken. So wurden insbesondere Schläge und Stöße mit Armen und Beinen entfernt und Hebeltechniken in ihrer Anwendung begrenzt. Hinzu kamen Übungen des Fallens. Diese Veränderungen führten dazu, dass Judo als sportlicher Zweikampf bei starker Einschränkung von Unfallquellen betrieben werden konnte.
  • Das effektive Anwenden einer Judotechnik setzt das Beachten des dazu günstigsten Zeitpunktes und das Üben der Judotechnik in der erforderlichen Situation voraus. (Kudo,1967) Aus dieser Überlegung entwickelte Kano die Lehre von der Gleichgewichtsstörung (KU-ZUSHI). Mit diesen Erkenntnissen waren wichtige theoretische Voraussetzungen zur Entwicklung des Judo als moderne Zweikampfsportart gegeben.
  • Judo ist zu einem Erziehungsprinzip für das Leben in der bürgerlichen Gesellschaft zu entwickeln. Dazu nutzte er religiös-philosophische Inhalte des Zen-Buddhismus.
In der Folgezeit erhöhte sich die Ausstrahlung des Kodokan ständig. Judo bot ein System von Körperübungen, das vom aufblühenden Kapitalismus in Japan zur Heranbildung körperlich leistungsfähiger Arbeiter genutzt wurde. Judo wurde zum obligatorischen Unterrichtsfach in der Schule und nahm dadurch einen enormen Aufschwung in Japan. Aufgrund der ideologischen Beziehung zum Zen-Buddhismus nahm Judo in Japan insbesondere in Vorbereitung auf den zweiten Weltkrieg Einfluss auf solche geistigen Haltungen der Bevölkerung wie Hierarchiedenken, Geringschätzung des Lebens, Unterordnen des Einzelnen unter die Anforderungen der imperialistischen Gesellschaft u.a.
Die Wirkung des Kodokan blieb aber nicht auf Japan beschränkt. Judo entwickelte sich in den meisten Ländern der Welt zu einer modernen Kampfsportart. 1950 wurde die Internationale Judo-Föderation (IJF) mit fünf Kontinentalunionen gegründet.
Seit 1956 werden Weltmeisterschaften im Judo durchgeführt und seit 1964 (Tokyo) ist Judo eine olympische Sportart. 1992 bei den Olympischen Spielen in Barcelona durften erstmals auch die Frauen mitkämpfen.


Quelle: JUDO: Autorenkollektiv Prof. Dr. Gerhard Lehmann und Doz. Dr. Hans Müller-Deck

 

Judo in Österreich

 

Judo in Österreich

Karl Bauer, ein Sportlehrer in Wien, versuchte bereits 1912, Jiu-Jitsu in unserem Land zu verbreiten.
1924 wurde beim Sportverein „Wiener Verkehrsbetriebe“ die erste Jiu-Jitsu Sektion durch Leopold Wunsch gegründet. Im Zuge seiner Europareise besuchte Prof. Jigoro Kano mit seinen beiden Assistenten Kotani und Takasaki 1933 auch Wien und demonstrierte erstmals Judo in höchster Vollendung.
Im Jahre 1948 begann mit der Gründung des „Österreichischen Amateur Judo Verbandes“ die eigenständige Entwicklung der Judo-Bewegung in Österreich.
Bei der Generalversammlung am 25. Jänner 1955 wurde die Umbenennung in den Österreichischen Judo-Verband (ÖJV) beschlossen. 1962 wurde der ÖJV in das Östereichische Olympische Comitee (ÖOC) aufgenommen.


Die bisherigen Weltmeister in Österreich
Junioren:
Robert Köstenberger 1976 in Madrid
Patrick Reiter 1992 in Buenos Aires
Männer:
Peter Seisenbacher 1985 in Seoul
Frauen:
Edith Hrovat 1980 in New York
Gerda Winkelbauer 1980 in New York
Edith Simon 1980 in New York


Die bisherigen Europameister in Österreich
Junioren:
Klaus Wallas, Ernst Steinicke, Alfred Reichl, Thomas Schleicher, Eric Krieger, Susanne Profanter, Alexandra Rinnerthaler, Yvonne Huber, Mariela Spacek, Claudia Heill, Sabrina Filzmoser, Hilde Drexler
Männer:
Robert Jaquemond, Walter Gauhs, Robert Köstenberger, Peter Seisenbacher, Norbert Haimberger, Patrick Reiter, Ludwig Paischer (2004+2008)
Frauen:
Sabrina Filzmoser (2008), Edith Hrovat, Gerda Winklbauer, Herta Reiter, Edith Simon


Platzierungen bei Olympischen Spielen
1984 Los Angeles: Peter Seisenbacher 1. Platz und Josef Reiter 3. Platz
1988 Seoul: Peter Seisenbacher 1. Platz und Roswitha Hartl 3. Platz

2004 Athen: Claudia Heill 2. Platz

2008 Peking: Ludwig Paischer 2. Platz


Militär Weltmeisterschaftstitel (CISM)
Georg Supp, Hans Pollak, Erich Pointner, Robert Köstenberger, Peter Seisenbacher, Masaaki Ueda, Peter Reiter, Thomas Haasmann, Manfred Hölzer, Eric Krieger, Patrick Reiter, Sabrina Filzmoser, Andreas Mitterfellner